Voraussetzungen für die Ausbildung eines Rettungshundes

Sieht man als Ziel den einsatzfähigen Rettungshund und sich selbst als Hundeführer, der humanitäre Hilfe im Ernstfall leisten will, so muss man zuallererst einen sehr hohen Zeitaufwand, oftmals wechselnde Trainingsgebiete und auch grosse körperliche Anstrengungen in Kauf nehmen. Man muss neben dem Training mit den Kameraden auch alleine in der Lage sein, gewisse Elemente zu trainieren. Aufgrund der Intensität der Ausbildung sollte sich jeder Hundeführer vor Beginn der Ausbildung genau überlegen, ob er den Weg zum sportlich geführten "Rettungshund" oder den Weg zum einsatzfähigen Rettungshund gehe will.

Teamfähigkeit von Hund und Hundeführer

Im Rettungshundewesen gibt es keine Trennung zwischen Hund und Hundeführer. Bei der professionellen Rettungshundearbeit ist immer das Team Hund-Hundeführer im Einsatz. Es gilt daher an beide gewisse Anforderungen zu stellen, die einerseits für die erfolgreiche Suche andererseits für das gesunde Überstehen des Einsatzes unerlässlich sind. Sowohl Hund als auch Hundeführer werden sowohl psychisch als auch physisch sehr hohen Anforderungen ausgesetzt.

Anforderungen an den Rettungshund

Vom Hund ist neben der Gesundheit und sicherem Umweltverhalten auch absolute Nervenfestigkeit, ein ausgeprägter Spiel- und Beutetrieb und natürlich eine gute Nasenveranlagung zu fordern. Er sollte gegenüber allen Personen ein ausgeprägtes Sozialverhalten zeigen. Die Hunderasse ist in der Rettungsarbeit nicht ausschlaggebend. Ob Mischling oder Rassehund ist völlig egal, der Hund muss lediglich zur Arbeit geeignet sein. Da ist nicht die Schönheit, sondern die Funktionalität gefragt. Kleinere oder grössere Tiere können Probleme in der Geländegängikeit und der Ausdauer bekommen. Am besten ist es, die Rettungshundeausbildung so jung wie möglich im Welpenalter zu beginnen und die enorme Lernfähigkeit in diesem Alter zu nutzen. Da das Ausbildungsprogramm ausschliesslich auf Positivmotivation beruht und individuell auf jeden einzelnen Hund abgestimmt wird, ist eine körperliche und psychische Überforderung des Welpen nicht zu befürchten. Gönnen wir also unseren Hundekindern diesen Spass! Im Hinblick auf die Dauer der Rettungshundeausbildung, die Lebenserwartung unserer Hunde und die Minimalanforderungen hinsichtlich der verfügbaren Einsatzdauer darf der Hund bei Ausbildungsbeginn maximal 3 Jahre alt sein. Bei entsprechender Vorbildung sind Ausnahmen möglich.

Anforderungen an den Rettungshundeführer

Der Hundeführer muss physisch und psychisch beweglich, belastbar und vor allem teamfähig sein. Er muss Gefahren einschätzen können, ein gewisses Fingerspitzengefühl seinem Hund gegenüber aufbringen und auch die Leistungsgrenzen seines Hundes klar erkennen. Der Rettungshundeführer sollte Grundkenntnisse in Erster Hilfe, Orientierungsfähigkeit, Arbeit mit Karte und Kompass aber auch Alpinausbildung besitzen.